Kunst im öffentlichen Raum

Kunst im öffentlichen Raum

Kunst im öffentlichen Raum

In jeder größeren deutschen Stadt finden sich an prominenten öffentlichen Plätzen Kunstwerke, Plastiken, Graffiti oder Statuen. Doch die Aktion Kunst im öffentlichen Raum hat noch mehr zu bieten und zielt darauf ab, kreative Werke einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Kunstwerke, die zum Betrachten und Verweilen einladen, die das Auge erfreuen, aber auch provozieren und zum Denken anregen.

Der Mensch muss, um Kunst zu betrachten, in kein Museum gehen, keinen Eintritt zahlen oder sich an Öffnungszeiten halten. Vorbeigehen und auf Kunst treffen – plötzlich ist die Kultur für alle da. Und dies wird auch unterstützt: Ausschreibungen, Förderungen oder Wettbewerbe ­–  Kunst wird oft bei städtebaulichen Planungen einbezogen und somit zum konzeptionellen Teil der Gestaltung eines Platzes.

Dekoration oder Provokation?

Doch nicht jedes Kunstwerk an einem öffentlichen Platz stößt auf Freude und Entzücken. Auch wenn ein Werk als abstoßend oder obszön bezeichnet wird, hat es seine Berechtigung. Kunst ist frei und hat das Recht zu provozieren. Kunst muss sich nicht an Normen halten oder für den Betrachter „schön“ sein. Wichtig ist, dass man die Kunst hinterfragt, sich Gedanken macht, warum der Künstler diese Ausdrucksform gewählt hat und was er damit aussagen will.

Der Mensch soll sich Gedanken machen, er soll auf keinen Fall gleichgültig bleiben. Denkt der Vorbeigehende über das Werk nach, so hat der Künstler damit seinen Zweck erfüllt. Weg von der Belanglosigkeit und vom Banalen, hin zum kritischen Hinterfragen.

Natürlich darf Kunst auch schön sein und gefallen, aber dies ist sicher nicht der Hauptgrund. Kunst im öffentlichen Raum dient oft als Mittel zum Gestalten der Gesellschaft und zum Wachrütteln.

Projekte in Österreich

Das Urban Art Festival Amstetten 2020 im Juli will städtisches Flair und Kunst im öffentlichen Raum nach Amstetten in Niederösterreich bringen. Unter dem Titel „Straßen erzählen Geschichten“ wird der Event im Rahmen des Mostviertelfestivals 2020 stattfinden. Geplant ist dabei das Zentrum von Amstetten durch Street Art, Straßenmalerei und Graffiti als urbanen Raum aufblühen zu lassen.

In Wien hat sich die Institution KÖR Kunst im öffentlichen Raum zum Ziel gesetzt den öffentlichen Raum der Stadt Wien mit permanenten, beziehungsweise temporären künstlerischen Projekten zu verschönern. Ziel ist es dabei, die Identität der einzelnen Stadtteile mit zeitgenössischen Werken zu verstärken. Dabei setzten die Veranstalter nicht auf bloße Dekorationen, sondern die Kunstwerke und Installationen sollen zur Auseinandersetzung mit verschiedenen Inhalten aufrufen.

Kunst wird wahrgenommen

Ob Kunst im öffentlichen Raum für bauliche Verschönerungen sorgt, oder brachliegende Flächen aufwertet, nicht jedes Kunstwerk ist so unübersehbar wie die Verhüllung des Reichstags in Berlin von Christo im Jahr 1995.

Eines ist sicher: Kunstprojekte und temporäre Kunstinterventionen im öffentlichen Raum bieten Möglichkeiten für Diskussionen, gedankliche Auseinandersetzungen und eine Meinungsbildung. Sie unterstützen somit all das, was das Mensch-Sein ausmacht und sollte daher immer willkommen sein. Wenn ein Passant nicht nur vorbeigeht, sondern innehält und sich Gedanken macht, hat das Kunstwerk seinen Zweck erfüllt. Da die Kunst im öffentlichen Raum boomt wie nie zuvor, scheint sie diesen Zweck mehr als zu erfüllen. Also mehr Kunst im Freien!